Workshops in Hannover

Aktuelle Veranstaltungen / Archiv bisheriger Kollapsveranstaltungen in Hannover


Eine herzliche Einladung…

… dich mit der auseinanderfallenden Welt auseinanderzusetzen; realistisch, solidarisch, konstruktiv

Ein sicherer Alltag mit Dach überm Kopf, mit Strom, Wasser, Wärme, bezahlbarer Lebensmittel- und medizinischer Versorgung ist für viele von uns* selbstverständlich; „normal“ eben. Aber ein Westdeutschland 80 Jahre lang ohne Krieg, mit Wirtschaftswunderjahren, mit Wachstum und immer mehr Ressourcen, Komfort und Möglichkeiten – das ist nicht „normal“. Die Normalitäts-Perspektive als Ausnahme zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang zu stellen, eigene Privilegien und deren Auswirkungen in der Welt anzuerkennen, ist Voraussetzung für eine Sicht auf die Welt, die nicht hinterm Gartenzaun oder Grenzübergang endet. Sie ist genauso relevant wie irreversible Klimakipppunkte, das Massenartensterben, Autoritarismus, KI-Bedrohung, Fake News und die Überwachungsphantasien der TechBros.

Überschrittene planetare Grenzen und die eigene Verstrickung: beides kann Gewissheiten und Träume zerstören, kann erschüttern, überwältigen. Der gemeinsame „Raum“ – das, was bei einem intensiven Workshop oder Seminar entsteht – ist auch ein Raum zum gemeinsam Aushalten und fürs Hinauswachsen über die Welt wie wir sie kannten.

Warum solltest du dich dieser Realität aussetzen?

Wenn wir uns nicht mit der Realität zu erwartender Zusammenbrüche und Extremereignisse auseinandersetzen, verspielen wir die Chance, sie möglichst verträglich und solidarisch zu gestalten. „Zusammenbruch“ oder „Kollaps“ heißt voraussichtlich nicht, dass auf einen Schlag alles aufhört, im Gegenteil: Es sollten dann möglichst viele Menschen am Start sein, vorbereitet sein, und wissen, wie sie helfen können. Da eine gute Vorbereitung mit guter Nachbarschaft und solidarischer, lokaler Vernetzung zusammenhängt, ist sie auch ganz unabhängig von Katastrophen eine sinnvolle Sache.

Wenn wir auch weiterhin keinen ehrlichen öffentlichen Diskurs über die Ursachen, die Verantwortlichen und die Konsequenzen der katastrophalen Situation haben, werden die Rechten weiter Ängste und Abstiegssorgen für ihre Zwecke missbrauchen. Sie werden ihre Geschichte von „Migration als Mutter aller Probleme“ nutzen, um von den eigentlichen Zusammenhängen abzulenken, um Sündenböcke zu schaffen und zu verfolgen.

Eigentlich zu wissen, dass es so nicht weitergehen wird, aber trotzdem irgendwie weiterzumachen, weil alle anderen scheinbar unbeirrt das Weiter-so performen: das lähmt und entfremdet. Fast die Hälfte der jungen Frauen wies 2024 laut RKI-Studie eine depressive oder Angstsymptomatik auf. Bei den möglichen Erklärungen für die insgesamt schlechte psychische Gesundheit werden auch Klimawandel und Polykrisen genannt.

Es ist hart, den „Klimawandel“ und den Zustand der Welt ungeschönt zu sehen. Aber es eröffnet – zumindest wenn auch der Austausch dazu möglich ist – die Option, wirksam zu handeln, andere Prioritäten zu setzen und Weichen neu zu stellen.

Ob Bildungseinrichtungen, Medien, Kirchen, Kommunalpolitik – diese Instanzen spielen eine zentrale Rolle für einen solidarischen Katastrophenschutz von unten, und sie werden gebraucht, um Menschen auf dem Weg in eine disruptive Zukunft zu begleiten, auf jeweils eigene Weise. Sie wirken als Multiplikatorinnen.

Es ist beliebig schwierig, in komplexen Strukturen mit vielen Ebenen und Beteiligten angemessen auf eine existenziell veränderte Ausgangssituation zu reagieren, vor allem wenn es keine einfachen Lösungen gibt. Umso wichtiger, dass viele Einzelne das Thema in ihre Institutionen hineintragen und auch ihre eigene Reichweite etwa in Schulen und Redaktionen nutzen, damit die Realität eines „es ist zu spät, (Teil-)Zusammenbrüche noch zu verhindern“ Gegenstand von Diskussionen und Zukunftsentscheidungen wird.

Ein erster Schritt oder All-In: die Formate

Wenn du dich der Kaskade katastrophaler Entwicklungen stellst; wenn du erarbeitest und verarbeitst, was das auch für dich in deinem Alltag und für nahe (und ferne) Menschen bedeuten könnte, und wenn du neue Perspektiven kennenlernst und praktische Ideen entwickelst, wie es sich anders und solidarisch in die Zukunft gehen lässt – dann braucht das mindestens zwei Tage; ein Wochenend-Format.

Um das Thema „Zusammenbrüche“ überhaupt erst mal ins eigene Leben zu lassen, reicht ein Nachmittag oder ein Abend. Auch der wird nicht (nur) darin bestehen, apokalyptische Nachrichten auszuhalten; es geht auch hier um eigene Perspektiven und Haltungen zum Leben und zur Zukunft, die uns oft nicht bewusst sind – oder denen wir uns sonst nicht gern stellen.

Wie kannst du dabei sein?

Ein Zweitageformat biete ich über hannoversche Bildungsträger an – teils mit Beschränkung auf Berufsgruppen. Wenn Angebote allgemein buchbar sind, findest du sie auf der Terminseite gelistet. Um kein Angebot zu verpassen, schreib mir gern an kollapseinladung@posteo.de. Das gilt auch, wenn du in deiner Organisation oder Gruppe selbst einen Abend oder ein Zweitagesformat anbieten möchtest oder einen Vorschlag hast, wo ein solches Format gut passen würde. Was das kostet, hängt von so vielen Randbedingungen ab, dass es einfacher ist, im konkreten Fall zu gucken. Eine grobe Regel: Wo Geld da ist, kostet es mehr; wo es keins gibt, kostet es nichts.

Eine allererste Erfahrung mit Kollapsaustausch könntest du ohne Anmeldung und kostenlos bei einem Kollaps Café der Psychologists für Future machen; da gehöre ich zum erweiterten Gastgeber*innenteam. Die monatlichen Terminankündigungen findest du in dieser Signaltermingruppe.

Über mich

Ich bin Julia Förster (sie/ihr), und ich lebe mit meiner Tochter in Hannover.

Die ersten Stationen auf dem Weg zu dieser Seite sind ein Physik- und ein Journalistikstudium; beide hilfreich besonders im Sinne von „harten Fakten“, Recherchekompetenz und einer Idee des Konflikts „Aufgabe von Journalismus in der Demokratie“ vs. „profitgebundene Medienunternehmen“. Der weiteste Horizont, die vielfältigsten Begegnungen und die ernüchterndsten Erfahrungen kommen aus meiner Zeit in der Klimagerechtigkeitsbewegung seit 2019. Horizonterweiternd waren auch die Beschäftigung mit anderen, menschengerechten Konzepten von Bildung und Schule, und der gescheiterte Versuch, ein Gemeinschaftsprojekt mit zu starten. Ein Jahrzehnt inside extraktivistischer Arbeitslogik hat mir geholfen zu verstehen, dass es unmöglich (und letztlich nicht gewollt) ist, mit den herrschenden Randbedingungen von Konkurrenz / Profitmaximierung nachhaltig zu wirtschaften. 2024 habe ich das Buch über den Leinemasch BLEIBT Protest in Hannover geschrieben, dessen Teil ich war. Zurzeit bin ich assoziiert mit der Kollapsvernetzung Hannover.

In den vergangenen Jahren durfte ich von verbindenden, Perspektiven klärenden Seminaren profitieren – etwa diesem Kurs der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Jetzt ist es Zeit, selbst etwas weiterzugeben.

Weitergeben möchte ich, dass katastrophale Entwicklungen nicht mehr zu verhindern sind und es in der Folge auch hierzulande zu Zusammenbrüchen von gewohnten Versorgungsstrukturen kommen wird, zum Ende eines Alltags wie wir ihn kennen. Und dass es trotzdem um eine Wahl geht: zwischen solidarischen Strukturen mit einem Netzwerk gut vorbereiteter, lebendiger Nachbarschaften oder einer total-überwachten Endzeitdystopie, wie sie mächtigen US-Tech-Multi-Milliardären vorschwebt.

Wenn wir die solidarische Variante wollen, brauchen wir diesen ehrlichen Austausch über den Status Quo: Nur was besprechbar ist, können wir gestalten.

Kontakt

Am einfachsten ist es, mir eine Mail mit deinem Anliegen zu schreiben. Ich melde mich schnell zurück! kollapseinladung@posteo.de